Herzlich willkommen auf Nagetiere-Online.de

ZWERGKANINCHEN EINGEWÖHNEN UND ZÄHMEN

» Kaninchen nach Hause bringen
» Die ersten sieben Tage mit Zwergkaninchen
» Freilauf in der Wohnung
» Sauberkeitserziehung im Innenbereich

Aktuelle Seite: Nagetiere-Online.de | Kaninchen | Neue Zwergkaninchen eingewöhnen

Kaninchen nach Hause bringen

Bringen Sie das neue Tier so schnell wie irgend möglich zum Einzug nach Hause. Machen Sie keine großen Umwege und lassen Sie es am besten in seiner Transportkiste in Ruhe. Nehmen Sie so viel Rücksicht auf Ihre neuen Mitbewohner, dass Sie bereits vorher eine vernünftige Transportmöglichkeit, wie etwa einen Katzentransportkorb kaufen.
Bedenken Sie, dass das arme Tier eine wahnsinnige Angst hat und Sie es ja zähmen wollen. Die Rappelei, die Geräusche, die Gerüche, der Temperaturwechsel.... das ist Stress pur für jedes Tier.

Zu Hause angekommen sollten die Kaninchen in den bereits vor dem Kauf fertig gemachten Käfig setzten, damit der Einzug möglichst ruhig abläuft (unbedingt vorher anschaffen!). Setzen Sie sich nicht vor den Käfig und beobachten Sie das Tier aus etwas Entfernung.
Lassen Sie die Tiere in den ersten Stunden erst einmal ganz in Ruhe, damit sie sich an ihre neue Behausung gewöhnen können.
Ist der erste Schreck vorbei, sprechen Sie ruhig und liebevoll mit ihnen, damit sie sich an Ihre Stimme gewöhnen. Und halten Sie Ihren eigenen Nachwuchs in den ersten Tagen bitte davon ab, die neuen Spielkameraden gleich aus dem Käfig zu nehmen und all seinen Freunden vorzustellen. Auch der Freilauf sollte in der ersten Woche gestrichen werden. Die Tiere müssen erst einmal ihren Käfig und die Umgebung aus ihrer Käfigsicht kennen lernen und einordnen können.

sollte bei Ihnen bereits ein Kaninchen wohnen, dann setzen Sie niemals ein neues Kaninchen einfach so in den Käfig eines vorhandenen Kaninchens
In diesem Fall sollten Sie sich bereits ein, zwei Wochen vorher mit dem Thema der Vergesellschaftung auseinander setzen und sich mit Fachleuten beraten. Anlaufstellen zu diesem Thema gibt es im Bereich Linkseite

↑↑↑

Kaninchen holen sich schon ihre Portion Aufmerksamkeit
Kaninchen holen sich schon ihre Portion Aufmerksamkeit.

Die ersten sieben Tage mit Zwergkaninchen

Lassen Sie die Tiere am besten ganz in Ruhe, außer sie wollen Ihre Aufmerksamkeit und machen sich selber bemerkbar, denn die Tiere müssen den Einzug erst verarbeiten. Wenn ein Hase munter wird, locken Sie es mit kleinen Leckereien, wie zum Beispiel unter dem Futter genanntes Grünzeug, zum Gitter. Das ist der erste Schritt, es ein wenig zu zähmen. Nimmt es diese Leckerbissen zutraulich an, dann probieren Sie es durch die offene Käfigtür, damit es Ihnen aus der Hand frisst.
Hat sich das Tier erst einmal an Ihre Hand gewöhnt, werden Sie feststellen, dass es sehr schnell auch verschmust wird. Eine kleine Hilfestellung können Sie dadurch erreichen, dass Sie sich mit ihrem Kopf auf Augenhöhe des Kaninchens begeben und Sie dadurch nicht gleich so riesenhaft und bedrohlich erscheinen.

Das Tier muss Ihren Geruch kennen lernen und Sie akzeptieren. Wenn es ohne Scheu zu Ihnen kommt, können Sie es kraulen und es auf Ihren Arm steigen lassen (drauf klettern, nicht rausnehmen!). Das funktioniert in den meisten Fällen ohne Probleme, da die kleinen einfach zu neugierig sind um sich das erkunden zu ersparen.
Ihre Hand muss dem Tier vollkommen selbstverständlich werden, bevor sie es das erste Mal aus dem Käfig lassen.
Ansonsten können die Tiere sehr leicht verschreckt reagieren, wenn sie Freilauf haben und das führt zu erheblichen Problem bei der Rückkehr in den Käfig.

↑↑↑

Freilauf in der Wohnung

In jedem normalem Raum gibt es etliche Gefahren. Sie können probieren, Ihre Tiere bei ungewünschten Aktivitäten kurzzeitig durch Klatschen oder Rufen zu verscheuchen, aber sie geben bestimmt nicht so schnell auf - selbst wenn sie gezähmt sind. Auch ein bereits erkundetes Elektrokabel verliert seinen Reiz nicht. Ich habe mal eine Aufstellung gemacht, welche Gefahren und Unfälle am häufigsten passieren.

  1. Grünpflanzen: Kein Nager - und gerade kein Kaninchen (dran denken: kein Nager!) - kann dieser köstlichen Verlockung widerstehen. Dabei macht es für sich keinen Unterschied, ob es sich um eine giftige oder ungiftige Pflanze handelt. Die meisten Pflanzen verursachen bei den Tieren nach dem Fressen starke Magenkrämpfe. Kakteen am besten außer Reichweite bringen, solange die Tiere draußen sind.
  2. Elektrokabel: Neben den Pflanzen wohl das beliebteste Spielzeug, um sein Frauchen und Herrchen in den Wahnsinn zu treiben. Viele Nager und Kaninchen lieben es, die Ummantelung bis auf das Innenleben abzunagen. Folge ist schnell ein tödlicher Stromschlag und fürchterlichen Verbrennungen. Legen Sie Kabel am besten verdeckt, damit es erst gar nicht in die Versuchung kommt. Ich gebe zu, das ist schneller gesagt als getan. Auch bei mir liegen bereits lädierte Stromkabel herum, und ich habe immer eine Rolle Isolierband in der Nähe.... Als letztes Mittel hilft wirklich nur aufpassen und ablenken.
  3. Küche: Da gerade Nager sich wirklich sehr klein machen können, am besten absolutes Küchenverbot erteilen. Sonst kommen Sie auf die Idee, sich hinter oder unter Schränken zu verstecken. Dabei kommen Sie dann bestimmt auch an viele Gegenstände, an denen sie nichts zu suchen haben, wie zum Beispiel Messer und Scheren (Verletzungsgefahr!) oder Obstteller (trotz aller Liebe zu Grünfutter bitte trotzdem nicht in Selbstbedienung!).
  4. Schränke: Am besten verschlossen halten. Erstens besteht die Gefahr, dass Sie Ihre Tiere aus versehen einsperren und zweitens bekommt das auch allen im Schrank befindlichen Sachen besser.
  5. Reinigungsmittel: Auch hier gilt die 'Kleinkinderregelung'. Nie in Reichweite, weil sie hochgiftig sind.
  6. Tischgegenstände: Kleinere Gegenstände vom Tisch entführen, um sie in Ruhe zu bearbeiten kann ein weiteres Hobby sein. Dazu gehört so was alltägliches wie der Aschenbecher in dem die alten Kippen liegen, genauso wie zum Beispiel ein Radiergummi. Auch wird manchmal die ganze Schachtel Zigaretten verschleppt. Es ist meist ein übles Versteckspiel, bis Sie diese Gegenstände wieder bekommen.
  7. andere Tiere: Hund oder Katze gehören beim Freilauf nicht in das gleiche Zimmer. Es kann zwar eine zeitlang gut gehen, aber ein gutes Verständnis zwischen zwei unterschiedlichen Tierarten ist nicht selbstverständlich.
  8. Einklemmgefahr: Bei Kaninchen sollte besonders darauf geachtet werden, dass sie sich nicht zwischen zuschlagenden Türen befinden können. Denn so ein Blick in ein anderes Zimmer kann sehr verlockend sein und ehe man es registriert hat, läuft der Fluchtversuch bereits. Die Einklemmgefahr ist sehr hoch und kann je nach Heftigkeit zu Quetschungen und Brüchen führen.

↑↑↑

Sauberkeitserziehung im Innenbereich

Ein Kaninchen lässt sich mit etwas Glück angewöhnen, zum Geschäfteverrichten in seinen Käfig zurückzukehren. Richtig stubenrein sind aber die wenigsten zu bekommen. Sollten die Tiere aber in mehreren Zimmern frei herumlaufen dürfen, stellen Sie am besten eine Art Toilette - zum Beispiel eine alte Schüssel mit etwas Katzenstreu - auf. Wenn diese an einem festen Ort stehen bleibt, wird sie später auch durchaus als Toilette für Ihr Kaninchen akzeptieren. Hilfreich ist es auch, bereits im anderen Klo oder Käfig abgelegten Kot in das neue WC zu packen. Durch den Geruch wissen die Kaninchen eher, wofür die Schüssel da ist und werden so mit etwas Glück automatisch stubenrein. Gegen Möbel- und Tapetenknabbern hilft nur eines. Schützen Sie die Stellen. Die Kabel mit Führungsschienen, stellen Sie die Möbel mit Pappe zu und an Tapetenkanten können Sie im Härtefall Plexiglas unten an der Fußleiste anbringen. Die Reviermarkierung mit Urin gehört gerade beim unkastrierten Rammler zu einem der negativsten Auffälligkeiten. Dagegen machen Sie nichts. Lassen Sie einen Rammler extra deshalb kastrieren, dann rechnen Sie trotzdem nicht mit einem Erfolg - übrigens wird ein Rammler durch die Kastration nicht stubenrein, er geöhnt sich nur das markieren etwas ab, wenn Sie Glück haben. Wenn sie sich das erst einmal angewöhnt haben, ist kaum etwas dran zu ändern. Übrigens haben sogar Weibchen manchmal diese Angewohnheit.

↑↑↑