Herzlich willkommen auf Nagetiere-Online.de

Einrichtung des Kaninchenkäfigs

» Platzansprüche und Mindestgröße des Kaninchenkäfigs
» Freigehege in der Wohnung
» Schlafhäuser
» Heuraufen
» Futternapf und Wassernapf/Trinkflasche
» Einstreu
» Stehplatz

Aktuelle Seite: Nagetiere-Online.de | Kaninchen | Der Kaninchenkäfig und seine Einrichtung

Platzansprüche und Mindestgröße des Kaninchenkäfigs

Die Mindestgröße für einen Kaninchenkäfig wird inzwischen mit 140cm x 70cm angegeben. Erfahrene Halter und Züchter sind allerdings der Meinung, das diese Grundfläche gerade einmal für ein Einzeltier reicht! Was Kaninchen aber bekanntlich nicht sind.

Sofern Sie Neuhalter sind und ein Beratungsgespräch im 'Fach'handel genossen haben, dürften Sie diese Angaben arg verwundern. Käfig ist nicht gleich Käfig. Die im Zoohandel angebotenen Kaninchenkäfige sind für eine artgerechte Haltung oft gänzlich unbrauchbar. Gerade die Käfige mit Plastikhauben haben einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Tiere, da durch die mangelnde Luftzirkulation schnell Atemwegsprobleme entstehen können. Auch das Zubehör ist nicht durchweg empfehlenswert.

Wer sich mit mehr oder weniger handwerklichem Geschick selber eine ansehnliche Luxusbehausung schaffen möchte, der sei hier mit vollkommen ruhigem Gewissen auf die Käfig- und Freigehegeseiten des Kaninchenwebs verwiesen, auf dem hervorragende Baupläne, Fotos und Ideen zu finden sind. Auf Freilauf ist natürlich trotz allem nicht zu verzichten!

↑↑↑

Manche Tiere entwickeln merkwürdige Gewohnheiten
Manche Tiere entwickeln merkwürdige Gewohnheiten - warum auch nicht? Solange es niemandem schadet.

Freigehege in der Wohnung

Eine nette Idee und Auflockerung eines kleinen Käfigs mit tollem Zubehör können Sie mit Hilfe eines aufklappbaren Freigeheges umsetzen. Lassen Sie einfach die Tür des Käfigs offen und stellen Sie ein größeres Freigehege so auf, dass es rechts und links mit dem Käfig abschließt. Sofern diese Gitter standfest aufgestellt werden können (was bei den einfallsreichen Zippen und Rammlern nicht gerade einfach ist) können Ihre Kaninchen so auch mal unbeaufsichtigt einen 'Freilauf' genießen und haben deutlich mehr Platz im Angebot. Sie können noch eine Trinkflasche am Freigehege befestigen, um ihre Tiere optimal zu versorgen.

↑↑↑

Schlafhäuser

Das Kaninchen sollte hinein passen, ohne sich dabei großartig verrenken zu müssen. Auch hier gilt: Je mehr Tiere, desto größer muss das Haus sein. Die Beschaffenheit des Häuschens sollte möglichst aus Holz sein, es ist wärmend, luftdurchlässig und kann auch ohne weiteres zum knabbern benutzt werden. Außerdem sollte es oben eine ebene Fläche haben, damit das Kaninchen das Dach als Ausguck benutzen kann. Plastikschlafhäuschen lassen die Feuchtigkeit, die entsteht, nicht entweichen und sind deshalb nicht besonders gut geeignet (Saunaeffekt). In jeder Kleintierabteilung mit zubehör finden Sie inzwischen eine große Auswahl an Häusern. Beachten Sie, das auch hier noch mit aufgerichteten Ohren etwas Spielraum in der Höhe ist. Bei Käfigen die groß genug sind, sollten sogar zwei Häuser angeboten werden. Ist die Luft mal etwas dicker, kann sich einer so zurück ziehen, ohne vom anderen gleich eins auf die Nuss zu bekommen, weil er auch gerade ins Haus wollte. Aber: Die Grundfläche muss stimmen! Denn Häuser verstellen nun mal viel Platz.

↑↑↑

Heuraufen

In den Kaninchenkäfig gehören zwei Raufen. Eine für Heu, die andere für Grünfutter, weil auf dem Boden liegendes Futter verschmutzt. Heu ist ein Grundnahrungsmittel und sollte den Kaninchen immer zur Verfügung stehen. Liegt es auf dem Boden, verschmutzt es schnell und bleibt natürlich liegen. Wer Platz hat sollte sich einen blauen Müllsack voller frischem Heu beim Bauern besorgen. Das riesige Paket kostet nicht mehr als eine Zoohandelspackung - aber die Qualität ist um Welten besser. Und sitzt eine ganze Kaninchenbande im Garten, ist der Sack eh ruck-zuck leer. Zoohandelheu ist leider oftmals staubig, weil es falsch gelagert wurde. Neben Schimmelsporen siedelt sich noch einiges ekeliges im Heu an. Die Tiere merken das manchmal eher als wir. Schlechtes Heu wird nicht oder kaum gefressen. Sollte ihnen das einmal passieren, wissen Sie nun bescheid.

↑↑↑

Futternapf und Wassernapf/Trinkflasche

Wasserbedarf: Heute bevorzugt der Kaninchenhalter wieder Wassernäpfe, da die Körperhaltung bei der Wasseraufnahme aus Näpfen deutlich natürlicher ist, als die oftmals verdrehte Körperhaltung bei der Aufnahme von Wasser aus einer Trinkflasche. Wassernäpfe sollten möglichst etwas erhöht stehen und nicht direkt in der Einstreu. Schaffen Sie dazu einen Bereich, den Sie noctfalls it kleinen Holzleisten an den seiten vor dem herunter schieben des Wassernapfes schützen. Hinweis zu Trinkflaschen: Die Flasche möglichst außen am Käfig befestigen, aber die Kaninchen müssen immer an das Trinkrohr gelangen können und es darf sich auch bei gelegentlichem anstoßen nicht aus dem Käfiginneren drücken lassen. Ein absolutes Gerücht, das sich leider seit Jahren erfolgreich hält: Tiere, die ausreichend Grünfutter bekommen, brauchen kein Wasser! Hier lässt mal wieder die Unvernunft grüßen. Wir Menschen können unseren Tagesbedarf an Flüssigkeit auch nicht mit 3 Äpfeln und einer halben Gurke decken. Dafür kann es vorkommen, dass wir an dem einen Tag kaum Durst haben und am nächsten hängt uns die Zunge dafür bis zum Boden. So geht es auch Tieren. Der Bedarf ist Tagesform- und Bewegungsabhängig. Ganz zu schweigen von den Temperaturen. Es muss immer, immer, immer frisches Wasser im Käfig sein, egal ob im Napf oder in der Trinkflasche. Wenn sie nicht dran gehen - dann nicht. Vom reichlichen Wasserangebot ist noch kein Ninchen gestorben, verdurstet allerdings schon.

Futternapf: Der Futternapf sollte am besten aus Porzellan sein. Schön schwer und mit hohem Rand. So kann der Napf nicht bei dem erst besten Hin- und Herschieben umgeworfen werden. Er sollte so groß sein, dass auch mal zwei Kaninchen gleichzeitig aus ihm fressen können, ohne dass es dadurch zu Rangeleien kommt. Haben Sie junge Kaninchen, nehmen Sie ruhig einen etwas kleineren Napf, weil es schnell passieren kann, dass sich eins der Kleinen direkt im Napf breit macht. Wer den Platz hat sollte den Napf etwas erhöht - aber verletzungssicher - aufstellen. Dann wird er nicht sofort beim nächsten Buddelanfall unter der Streu vergraben. Gibt es Rangeleien in der Gruppe oder handelt es sich um viele Tiere, dann sind mehrere Näpfe einzusetzen. Ein Streithahn kann nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein, um einen Napf zu verteidigen. Futterrangeleien kommen auch dann vor, wenn genügend Futter da ist.

↑↑↑

Einstreu

Der Handel hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, wenn es um Kleintierzubehör geht. Das liegt vor allem an der Aufklärungsarbeit, die seit langer Zeit intensiv geleistet wird und nun endlich Früchte trägt. Inzwischen gibt es Kleintierstreu in vielen Variationen. Ehrlich gesagt ist die am längsten bekannte Holzspänestreu nicht die Beste. Statt dessen sollte man lieber Hanfsteu, Strohpellets oder Buchengranulat benutzen, das zwar etwas teurer, dafür aber haltbarer ist! Die Streu sollte mehrere Zentimeter dick eingebracht werden und mit einer guten Schicht Stroh zusätzlich abgedeckt werden, damit der Urin nach unten ablaufen kann und das Fell nicht verschmutzt.

Katzenstreu ist gänzlich ungeeignet als Einstreu und gefährdet die Gesundheit Ihrer Kaninchen!

↑↑↑

Stehplatz

Da Kaninchen sehr schreckhaft sein können, sollte der Käfig in einem ruhigen Zimmer stehen.
Das Kinderzimmer ist kein geeigneter Ort, um dort einen großen Käfig aufzustellen. Kinder brauchen den vorhandenen Raum für ihre persönliche Entfaltung wie Höhlen bauen, Ritter spielen, Puzzeln und Modelleisenbahn. Ein artgerechter Käfig für zwei Kaninchen würde das Platzangebot im Kinderzimmer enorm einschränken und Ihrem Kind seinen benötigten Freiraum nehmen. Außerdem passt es nicht mit den Ansprüchen der Ninchen zusammen. Sicher lieben Kaninchen Gesellschaft, aber es sollte für sie schon etwas gesetzter und langsamer vorgehen. Eine schöne, stille Ecke im Wohnbereich entspricht wohl am besten ihren Vorstellungen. Dort können sie die anderen Bewohner beobachten, sich bei Bedarf aber auch tagsüber mal für ein kurzes Nickerchen zurück ziehen.

Zugluft muss unbedingt vermieden werden - dazu gehört auch die Zugluft, die sich unter geschlossenen Türen hindurch schleicht. Käfige gehören deshalb nicht unmittelbar auf den Boden oder sollten zumindest ein paar höher gelegene Etagen aufweisen können. Außerdem mag ein Kaninchen keine laute Musik und Geräusche. Das Gehör ist viel sensibler als bei Menschen. Den Staubsauger akzeptieren die meisten Kaninchen irgendwann. Wenn sie allerdings Angst davor haben und panisch werden, dann sollte man sich auch hier etwas einfallen lassen.

Der Käfig darf gerne ein sonniges Fleckchen haben, allerdings niemals ganz in der Sonne stehen, ohne dass vernünftige und große Schattenbereiche angeboten werden.

↑↑↑