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MEERSCHWEINCHEN UND KANINCHEN IN EINEM KÄFIG

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Die Haltungseinstellung hat sich geändert

Bis vor wenigen Jahren galt die Zusammenhaltung von Kaninchen und Meerschweinchen in einem gemeinsamen Käfig als tragbar. Doch dank der Aufklärungsarbeit von Vereinen, Züchtern und Tierforschern verstehen wir das Verhalten unserer Kaninchen inzwischen besser und können deshalb einige Dinge artgerechter auslegen.

Meerschweinchen sind Fluchttiere, die sich bei Feinden selten zur Wehr setzen. Die deutlich größeren Kaninchen sind ihnen körperlich überlegen, und das Wissen Meerschweinchen auch. Deshalb probieren sie, sich ein sicheres Versteck zu suchen. Finden sie keines, dann ergeben sie sich ihrem Schicksal - und damit den Sympathiebekundungen des Kaninchens.
Kaninchen putzen sich untereinander - sie markieren sich gegenseitig durch dieses Ritual und verdeutlichen so, dass sie zusammen gehören. Das Verhalten bei Meerschweinchen weicht vollkommen ab. Meerschweinchen mögen zwar ihre Artgenossen, sind ihnen allerdings trotz aller Liebe körperlich sehr distanziert gegenüber. Mehrere Meerschweinchen kuscheln eigentlich niemals miteinander, weil sie diese Nähe nicht mögen.

Zwei unterschiedliche Tieraren, zwei unterschiedliche Symathiebekundungen

Die oben genannten Einstellungen beider Tierarten zum Körperkontakt sind sehr unterschiedliche Einstellungen. Das Kaninchen mag das Meerschweinchen und möchte es putzen und markieren. Das Meerschweinchen weiß genau, dass es sich gegen das körperlich stärkere Kaninchen nicht durchsetzen kann und hält - entsprechend seiner Natur - still, wenn es sich nicht an einen geschützten Ort zurückziehen kann.

Was wir Menschen beim Meerschweinchen einst als geniessen einer Situation und körperlichen Nähe ausgelegt haben, ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft eher ein Ergeben in eine Situation, die es sowieso nicht verhindern kann.

Manchmal gurrt das Meerschweinchen leise vor sich hin, wenn es von einem Kaninchen geputzt wird. Dieses Gurren ist ein Beruhigungslaut, den Meerschweinchen in Situationen ausstoßen, in denen sie sich unwohl fühlen. Es ist ein Beruhigungslaut, der den Bedränger von seinem Handeln abhalten soll und mit dem das Meerschweinchen probiert, sich selber zu beruhigen. Es hat nichts mit dem akustischen Ausdruck von Wohlfühlen zu tun.

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Den Wunsch der Meerschweinchen und Kaninchen unter Testbedingungen herausfinden

Das gerade beschriebene Verhalten können Sie als Halter selbst überprüfen. Lassen Sie Ihr Kaninchen und Ihr Meerschweinchen zwei Tage am Stück in einem vorbereiteten Freilaufgehege von circa 2 mal 2 Metern. Trennen Sie etwa ein Drittel des Freilaufs so ab, dass nur eine kleine, schmale Tür hinein führt. Dazu können Sie weitere Freilaufelemente aus Gitter oder ein langes Brett mit einer kleinen Öffnung benutzen, das sicher aufgestellt wird.

Der Sinn dahinter: Ihr Meerschweinchen soll diesen Bereich benutzen können, das Kaninchen aber soll den Bereich des Meerschweinchens nicht betreten dürfen. Lassen Sie Ihrem Meerschweinchen dabei die Wahl, ob es sich in seinem Teil des Geheges oder der Nähe des Kaninchens aufhalten möchte. Stellen Sie in beide Teilbereiche Wasser- und Futternäpfe, sowie eine Toilettenecke.

Das Meerschweinchen wird seinen separaten Bereich den Großteil des Tages vorziehen. Wenn Sie Ihre Haustiere kennen, dann werden Sie das Verhalten Ihres Meerschweinchens richtig auslegen. Für das Kaninchen ist diese Zeit nicht einfach, denn es vermisst in dieser Testphase natürlich jemanden zum kuscheln.

Bestätigt sich das Verhalten in ihrem Test und Ihr Meerschweinchen zieht sich bewusst von dem Kaninchen zurück, dann denken Sie bitte über eine Verbesserung Ihrer Haltungsbedingungen nach.

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Verbesserung der Haltungsbedingungen

Wenn Sie sich nicht davon abbringen lassen möchten, weiterhin Meerschweinchen und Kaninchen gemeinsam zu halten, können Sie die Wohnsituation trotzdem verbessern. Sorgen Sie, ähnlich wie wir es bereits geschildert haben, für separate Zugangsbereiche. Für Ihr Meerschweinchen ist ein gesonderter Zugangsbereich sehr wichtig. Wenn ihm der Stress mit dem Kaninchen zu viel wird, dann kann es dort eine kleine Verschnaufpause einlegen. Der Bereich sollte zumindest so groß sein, dass das Meerschweinchen sich selbst beschäftigen und sich vernünftig darin bewegen kann. Wichtig sind ein kleines Versteck und eine Futterecke, in der das Meerschweinchen ungestört seine Nahrung aufnehmen kann.

Dazu müssen Sie natürlich einen größeren Käfig anbieten. Eventuell können Sie einen Käfig mit mehreren Etagen so absichern, dass eine Etage davon nur dem Meerschweinchen vorbehalten bleibt und das Kaninchen diese nicht betreten kann.

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Artgenossen für Meerschweinchen und Kaninchen

Wenn Sie (zurecht) befürchten, dass sich Ihr Meerschweinchen oder Ihr Kaninchen alleine langweilen, dann gibt es dagegen ein ganz einfaches Mittel. Einen Artgenossen, der genau die selbe Sympathiebekundung hegt. Halten Sie nach Möglichkeit immer mindestens zwei Meerschweinchen und zwei Kaninchen zusammen, wenn Sie beide Tierarten nicht voneinander trennen möchten. Kaninchen und Meerschweinchen brauchen unbedingt einen Artgenossen - den die jeweils andere Tierart nun einmal nicht wirklich ersetzen kann.

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