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MYXOMATOSE ALS KANINCHENKRANKHEIT

» Hauptzeit der Myxomatose: Frühjahr/Sommer
» Wie überträgt der Virus sich?
» Was kann ich als Halter tun?
» Also ist mein Tier mit der Impfung sicher?
» Wie sieht das Krankheitsbild aus?
» Sind Krankheiten wie Myxomatose meldepflichtig?
» Was tun, wenn ich ein Tier durch Myxomatose verloren habe?

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Hauptzeit der Myxomatose: Frühjahr/Sommer

Jetzt wo es wieder wärmer wird, kommt man gerade als Kaninchenhalter wieder auf die Idee, seinen Schützlingen wieder etwas gutes zu gönnen und sie bei angenehmen Temperaturen mit in den Garten zu nehmen und ihnen etwas von dem wunderbar leckeren Grünfutter zu gönnen, was nun wieder überall sprießt. Doch all diese schönen Frühlingssachen bergen leider auch Gefahren für das Tier - und das sind Krankheiten. Der Myxomatoseerreger ist ein Virus und sowohl durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren, als auch durch deren Ausscheidungen übertragbar. Auch wenn sie sich ziemlich sicher sind, dass diese Krankheit ihr eigenes Tier nicht treffen kann, es ist tückisch. Sie können nicht soweit aufpassen, das jeden Kontakt mit diesem Virus zu vermieden wird.

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Immer an eine Impfung denken!
Immer an eine Impfung denken! Denn nur so können Ihre Kaninchen einem schlimmen Schicksal entgehen.

Wie überträgt der Virus sich?

Durch den direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Trägertieren, bei denen die Krankheit noch nicht zu erkennen ist. Durch den Menschen, wenn er Kontakt zu einem "zahmen" Wildkaninchen hatte. Kaninchen in der freien Natur, die nicht mehr weglaufen, wenn ihnen der Mensch zu nahe kommt sind nicht zahm, sondern meist krank. Es ist eine Verlaufsform der Myxomatose, dass diese Kaninchen nicht mehr auf ihre Umwelt so reagieren wie es normal ist und deswegen kommt der Fluchtinstinkt nicht mehr zum Ausdruck.
Fassen sie als Mensch dieses erkrankte Tier – meist aus nachvollziehbarem Mitleid – an, dann haben sie den Virus praktisch schon "übernommen" und sind selber kurzzeitig Überträger dieser Krankheit (Keime auf der Haut, hauptsächlich den Händen). Bedenken sie, dass auch menschliche Besucher diesen Virus vielleicht so einschleppen können, weil sie nicht wissen, dass sie Überträger sind. Durch Grünfutter. Sammeln sie ihr Grünfutter auf Feldern oder Wiesen können sie davon ausgehen, dass dort Wildkaninchen "grasen". Der Virus überträgt sich auch durch den Kot und andere Ausscheidungen erkrankter Tiere und da er sehr resistent ist, lagert er sich unter Umständen auf Grünzeug ab. Deswegen sollte frisches Grünzeug auch immer vorher gründlich gewaschen werden. Das vermindert das Übertragungsrisiko für Krankheiten. Die Hauptursache für eine Übertragung ist allerdings die tierische Blutsaugerabteilung. Stechmücken, Flöhe und Zecken sind leider die Hauptschuldigen für viele Myxomatosefälle. Gerade jetzt in den Frühlings- und Sommermonaten sind sie wieder viel unterwegs. Und wer kann schon garantieren, dass selbst ein Kaninchen, das ausschließlich in der Wohnung lebt nicht von einer Überträgermücke gestochen wird?

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Was kann ich als Halter tun?

Jeder Kaninchenbesitzer sollte seine Tiere impfen lassen. Ihr Tierarzt kann ihnen Auskunft darüber geben, wie oft eine Impfung notwendig ist bzw. wie hoch das Myxomatoserisiko bei ihnen ist. Es ist von Region zu Region und auch über die Jahre verteilt unterschiedlich. Das Verbreitungsgebiet ist ganz Europa und auch darüber hinaus. Im Regelfall ist eine Impfung im Frühjahr angebracht, damit die Tiere virenfrei über den Sommer kommen. Die Impfung hält in etwa 5 bis 6 Monate an, und im Winter ist das Risiko so gering, dass in vielen Regionen keine Impfung erforderlich ist für diese Zeit. Der Impfstoff ist bei den meisten Tierärzten auch vorhanden, da sie vernünftiger Weise sehr weit verbreitet ist. Billiger wird es, wenn sie sich mit anderen Haltern zusammen tun. Denn jedes Mal wird eine neue Flasche Impfstoff wegen der kurzen Haltbarkeit geöffnet. Da nicht die ganze Flasche aufgebraucht aber bezahlt werden muss (bei einem Einzeltier) wird es dann etwas teurer. So zum Beispiel zahlen sie für das erste Kaninchen mehr, für ein weiteres weniger, wenn sie es gleich gegen die selben Krankheiten mit impfen lassen. Ab ca. der 6ten Lebenswoche ist eine Impfung möglich. Nichts desto trotz sind alle Altersklassen der Kaninchen gefährdet. Die vorbeugende Impfung ist auf jeden Fall notwendig, da es gegen die Myxomatose an sich keinerlei Behandlungsmöglichkeiten gibt und die Tiere auf wirklich qualvolle Art verenden, wenn sie nicht vorher zur Erlösung eingeschläfert werden.

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Also ist mein Tier mit der Impfung sicher?

Leider nicht 100%. Der Erreger ist so hinterhältig, dass leider auch in einigen Fällen geimpfte Tiere erkranken können. Geschieht dies als Reaktion auf die Spritze an sich, nennt man das dann Impfmyxomatose. Oftmals schwillt die Einstichstelle an und wird für ein paar Tage knubbelig. Bei einigen Tieren, die meist eh ein geschwächtes Immunsystem haben, kommt es ev. zu kleineren Anzeichen wie Schwellungen der Augenlider oder ähnliches, die sofort dem Tierarzt zur Behandlung gemeldet werden sollten. Bricht die Krankheit allerdings bei geimpften Tieren "normal" aus, gibt es bei diesen Tieren eine gute Chance, dass sie die Krankheit überleben und nicht so starke Ausprägungen des Krankheitsbildes vorweisen, wie ungeimpfte Tiere. Bei geimpften Tieren äußert sich die Krankheit meist durch einen chronischen Schnupfen mit häufigem Durchfall. Die Behandlung kann ziemlich lange dauern und auch zeitweise Rückschläge aufweisen, da die oftmals längere Behandlung mit Antibiotika das Tier natürlich auch schwächt. Aber mit viel Geduld und Aufopferung schaffen es diese Tiere meist. Nichts desto trotz stirbt immer noch ein Teil der erkrankten und geimpften Kaninchen.

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Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Als ich als Teenie mal mit meinen Eltern in Urlaub war, habe ich vor einer Raststättentoilette ein "zahmes" wirklich noch sehr junges Kaninchen gefunden. Ich wunderte mich, dass es nicht wegläuft und konnte natürlich nicht widerstehen, es mir näher anzusehen. Es ist ein Anblick, der mir bis heute nicht mehr aus dem Kopf geht, vor allem seitdem ich weiß, worum es sich dabei handelte. Der ganze Körper des Kaninchens war angeschwollen, der Kopf unnatürlich groß (Löwenkopf) und die Augen eitrig zu geschwollen. Die Atemwege waren durch die Schwellung soweit behindert, dass das arme Ding fast nicht mehr atmen konnte. Myxomatose im Endstadium. Hat ein Tier sich den Erreger eingefangen, erkrankt es in der Regel nach 3 bis 5 Tagen. Die gesamten Schleimhäute schwellen an (After, Atemwege, Augen etc.), der Körper wirkt aufgedunsen und schwillt auch insgesamt an und die Schwellungen vereitern und wirken dadurch teigig. Das Kaninchen wird dabei so ausgelaugt, dass es durch die Schwellungen im Kopfbereich keine Nahrung mehr aufnehmen kann und ab einem bestimmten Punkt nur noch da sitzt und die Schmerzen erträgt. Innerhalb von 10 bis 14 Tagen stirbt das Kaninchen. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten! Die Tiere verenden entweder durch verhungern oder ersticken, wobei letzteres wegen der schnellen Ausbreitung häufigste Todesursache ist. Wenn sie irgendwo in der freien Natur ein Kaninchen mit diesen Symptomen finden, nehmen sie es nicht mit nach hause, um ihm zu helfen. Bringen sie es lieber zum Tierarzt, damit er das Tier erlösen kann und auch anschließend dafür Sorge trägt, dass sich nicht andere Tiere an dem Erreger infizieren.

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Sind Krankheiten wie Myxomatose meldepflichtig?

Nein, Myxomatose gehört nicht mehr zu den nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtigen Krankheiten. Wie sieht es bei anderen Tierarten und Menschen mit der Infektion aus? Menschen können an dem Myxomatoseerreger nicht erkranken. Soweit ich weiß auch keine anderen Tiere. Nichts desto trotz kann man selber Überträger des Virus sein, ohne dass man etwas davon bemerkt.

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Was tun, wenn ich ein Tier durch Myxomatose verloren habe?

Dann hoffe ich ausnahmsweise, dass es ein einzelnes Tier war bzw. schnell genug von anderen fern gehalten werden konnte, um sie nicht anzustecken. Sie können davon ausgehen, dass der Virus sich noch einige Zeit bei ihnen in der Wohnung halten wird. Speziell am Käfig und dessen Zubehör. Wenn sie nicht vorsichtshalber alles austauschen wollen, dann können sie alle Gegenstände desinfizieren. Waschen sie sie gründlich mit Putzmitteln und sehr heißem Wasser ab (über 60 Grad schafft der Virus nicht mehr). Trocknen sie die Sachen und sprühen sie alles ordentlich mit Desinfektionsmittel ein. Lassen sie das ganze einen Tag stehen und waschen sie es dann wieder gründlich mit heißem Seifenwasser ab. Danach sollte man trotzdem noch sicher gehen und ein paar Tage warten. Können sie Gegenstände aus welchen Gründen auch immer nicht reinigen, dann beseitigen sie diese lieber, bevor sie einem neuen Kaninchen ein zu Hause geben.

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