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Umgang und Pflege von Kaninchen

» Das richtige Hochheben
» Verhalten: Körperkontakt und Beschäftigung
» Pflege der Krallen
» Pflege des Fells
» Pflege der Zähne

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Das richtige Hochheben

Es ist wichtig, dass der Mensch seinen Tieren ein vernünftiges Verhalten an den Tag legt - und das beginnt beim richtigen hochheben. Ein Kaninchen kann man - solange es noch klein ist - ruhig in die Hände nehmen und mit einer Hand rechts, der anderen links unter dem Leib bequem hochheben. Wird das Kaninchen größer, sollte man es allerdings anders hoch nehmen. Packen Sie es mit einer Hand vorsichtig oben im Nackenfell (hinter den Ohren) und schieben Sie die andere Hand unter das Gesäß, damit es nicht zappeln kann und auch nicht das ganze Gewicht auf dem Nacken lastet. Anschließend können Sie es beruhigt in Ihren Armen platzieren, indem Sie einen Arm anwinkeln und das Kaninchen von unten stützen. Verhalten Sie sich, als hätten Sie ein "Baby" im Arm. Das bekommen Sie sehr schnell heraus. Stützen Sie es beim schmusen auf dem Arm immer soweit mit der anderen Hand ab, dass es nicht in Gefahr gerät, herunter zu fallen. Nimmt man es mit beiden Händen unter dem Bauch hoch, dann schnürt man ihm dabei sämtliches Innenleben (z.B. den Magen) ab und das Kaninchen wird probieren, wieder frei zu kommen. Stürze und Kratzer sind vorprogrammiert.

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Gerade Langhaarkaninchen brauchen und lieben Pflege
Gerade Langhaarkaninchen brauchen und lieben Pflege durch den Menschen

Verhalten: Körperkontakt und Beschäftigung

Kaninchen lieben es, von der Nase zu den Ohren gestreichelt zu werden und auch wenn Sie sie einmal hinter den Ohren kraulen, wird Ihr Kaninchen Ihnen dankbar sein. Denn solche Gesten entsprechen auch dem Verhalten untereinander beim pflegen.
Was es nicht mag, ist die Unterseite des Bauches gekrault zu bekommen (kitzelig und kann deswegen gereizt reagieren). Das gleiche gilt für die Kinnpartie. Aber Sie werden es an dem Verhalten des Tieres auch schnell merken, was es bevorzugt. Schmusen Sie viel mit Ihren Kaninchen, kann es schon mal vorkommen, dass auch Sie ein paar Streicheleinheiten von ihm bekommen, indem es Sie ableckt (putzen) oder sanft an Ihnen knabbert.
Reicht Ihnen einfaches Schmusen nicht, probieren Sie, Ihr Kaninchen zu "dressieren". Bringen Sie ihm Männchen machen bei, oder schaffen Sie ihm Hürdenparcours, die Sie mit ihm durchgehen. Meist sind Kaninchen bedeutend schlauer, als manche es Ihnen zutrauen. Und Leckerchen bringen Sie zusätzlich als Bestechungsmittel auf Trab. Allerdings ist ihr Kaninchen kein Hund und nur bedingt lernfähig. Strafen und stundenlanges Trainieren gehören nicht zur artgerechten Haltung und Tierliebe und sind unnatürliche Verhaltensmuster.
Kunststückchen sollten Sie Ihren Tieren nur beibringen, wenn diese dazu gewillt sind - und selbst dann sollte es ein Spiel bleiben

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Pflege der Krallen

Auch die Krallen befinden sich in einem ständigen Wachstum.
Wenn sie zu lang werden, kann das Kaninchen nicht mehr richtig auftreten und es kommt schnell zu Entzündungen. Aber Vorsicht: Wie ein Vogel besitzt auch ein Kaninchen Blutgefäße in den Krallen. Wenn Sie diese zu kurz schneiden, können Sie das Tier damit verletzten !!!!
Spezielle Krallenscheren oder Krallenzangen bekommen Sie in der Zoohandlung bzw. beim Tierarzt. Sollten diese Sachen Ihnen Probleme bereiten oder wenn Sie unsicher sind, fragen Sie dort nach Hilfe und lassen Sie sich ruhig am Tier selber zeigen, wie das Krallenschneiden funktioniert.
Helle Krallen lassen sich deutlich besser schneiden als dunkle Krallen, da man in ihnen die Lage der Blutgefäße besser erkennen kann. Manchmal hilf es, die Kralle von unten mit einer Taschenlampe anzuleuchten um alles etwas besser erkennen zu können.
Bei starken Krallen lässt sich mit einer Krallenzange sorgfältiger arbeiten.

Sie können auch einen rauen Steinturm (zum Beispiel Lavagestein aus dem Aquarienzubehör) in den Käfig bauen, um die natürliche Abnutzung zu unterstützen. Wenn die Kaninchen mit den Steinen spielen oder darauf herum klettern, nutzen sich ihre Krallen durch die Oberfläche automatisch etwas ab - so würde es sich auch in der Natur verhalten. Verletzen werden sie sich die Krallen aber nicht. Selbstverständlich muss der Turm einiges aushalten können und gefahrensicher sein.
Im Freigehege des Gartens können Sie sich natürlich noch viel mehr einfallen lassen um Ihren Kaninchen eine natürliche Krallenabnutzung zu ermöglichen.

Kommt es einmal zu Verletzungen der Krallen, halten Sie ein fusselfreies, weiches Tuch oder ein Papiertaschentuch darauf, bis die Blutung stoppt. Bei einem leichten Anschnitt braucht man anschließend keine weitere medizinische Versorgung. Tief gehende Verletzungen müssen ggf. vom Tierarzt behandelt werden, wenn sie nicht aufhören zu bluten.

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Pflege des Fells

Das Kaninchen ist von Natur aus ein reinliches Tier. Es putzt sich wie eine Katze durchaus selber, ansonsten hat es dafür (hoffentlich) einen Artgenossen zur Seite. Trotzdem liebt es die Fellpflege mit Bürsten und Kämmen für kleine Felltiere ganz besonders. Diese Streicheleinheiten stellen eine Extraportion Aufmerksamkeit für Ihr Tier dar.

Die spezielle Pflege liegt ganz an der Rasse Ihres Tieres. Genauso die Beschaffenheit der Bürsten.
Beim Fellwechsel gehen nicht nur Haare verloren, sie gelangen beim Putzen auch in den Magen. Ähnlich der Katze kann es zu einer Ballenbildung kommen. Nur, dass Kaninchen diese Ballen nicht freiwillig auswürgen. Auch das ist ein Grund für das tägliche Streicheln und Bürsten.

Kurzhaar: Beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst regelmäßig bürsten, damit die abgelösten Haare entfernt werden können. Ansonsten hilft ausgiebiges Streicheln, um lose gewordene Haare zu entfernen.

Langhaar: Bei dem langen Fell ist es schon aufwendiger als bei einem Kurzhaar. Tägliches kämmen ist ein unbedingtes Muss, damit das Fell nicht verfilzt. Am besten mit einem langzinkigen Kamm. Knoten und Verfilzungen müssen notfalls heraus geschnitten werden und wenn der Kot am Hintern klebt, dann hilft oft nur noch ein feuchter Lappen und notfalls die Schere.

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Pflege der Zähne

Um es noch einmal anzusprechen: Das Hauptfutter Ihrer Kaninchen ist Heu!
Heu ist nicht nur für den Darm unersetzlich - die Zähne reiben sich durch das ständige mümmeln des Heus ab, so kommt es bei Kaninchen die hauptsächlich mit Heu ernährt werden zu weniger Zahnfehlstellungen.
Dafür sollten sie allerdings mit wenig oder gar keinem Trockenfutter ernährt werden, da das extrem starke und falsche Sättigungsgefühl die Heuaufnahme stark vermindert.

Hartes Brot eignet sich nicht für Kaninchen. Ihre Zähne brauchen schon etwas, was nicht so leicht zerbröselt. Das Brot wandert aufgeweicht in den Magen und vermittelt den Tieren ein falsches Sättigungsgefühl.

Nagersteine und Salzlecksteine sind bei einer artgerechten Ernährung nicht notwendig und sollten sogar vermieden werden, da ein Übermäßiger Verzehr gesundheitlich schaden kann.

Statt dessen sollten viele frische Äste zur Verfügung stehen. Optimal ist zum Beispiel Haselnussholz.

Wer seine Kaninchen artgerecht ernährt, wird wenig Probleme mit Zahnfehlstellungen bekommen. Trotzdem sollte der Tierarzt einmal im Jahr einen Blick auf die Kiefer werfen.

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